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Akupunktur
Geschichtliches
Die
Akupunktur stellt eine der ältesten bekannten Therapieformen
dar. Funde belegen die Zeit um 4000 v.Chr.. Es gibt Hinweise, dass
ähnliche Methoden auch in anderen Kulturkreisen angewandt wurden,
doch stammt die Akupunktur wie sie uns heute bekannt ist aus dem
Chinesischen.
Die Chinesen bauten ihren Gedankenkomplex auf Naturbeobachtung und
den daraus gewonnen Erfahrungen auf (Empirie). Eines der wichtigsten
Lehrbücher, das "Huang Di Nei Jing", wurde im 3-1.
Jahrhundert vor Christus geschrieben. Es stellt eine Sammlung von
damals "altem und erprobtem" Wissensgut dar. Dies wurde
im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ergänzt. Heute wird
dieses reine Gedankengebäude, mit dem das ganze Universum erklärt
wurde, durch wissenschaftliche Erkenntnisse vervollständigt
und ergänzt.
Philosophischer Hintergrund
Die chinesische Philosophie sagt, dass nichts auf unserer Erde für
sich alleine besteht, sondern alles ein Teil vom großen Ganzen
darstellt. Alles läßt sich auf die Polarität zweier
wirksamer Kräfte reduzieren, dem Yin und Yang. Diese Gegensätze
befinden sich in stetem Fließgleichgewicht, das eine bildet
sich stets aus dem anderen neu.
In diesem Sinne funktioniert auch der Körper. Kein Organ kann
für sich alleine bestehen. Der Idealzustand Gesundheit heißt,
dass alle Organsysteme des Körpers miteinander in Einklang
stehen. Die westliche Medizin nennt dies Homöostase.
Sämtliche Regelkreise lassen sich mit dem System der 5 Wandlungsphasen
erklären, das etwa 770-221 v.Chr. entwickelt wurde.
Feuer-Holz-Erde-Metall-Wasser, jedes Element geht aus dem vorherigen
hervor, beeinflußt aber die anderen. Dieses System wird auch
am Organismus angewandt. Jedem dieser Elemente wird ein "Organ"
zugeordnet. Organ wurde hier unter Anführungszeichen gesetzt,
weil diese chinesischen Organe mit unseren westlichen nichts zu
tun haben. Die Chinesen betrieben keine Anatomie, sondern es handelt
sich dabei nur um funktionelle "Organe".
Was
ist Krankheit für die chinesische Medizin?
Krankheit
ist für den Akupunkteur kein isolierter Prozeß, sondern
es handelt sich immer um eine Störung des gesamten Regelkreises.
Wie
wirkt die Akupunktur auf den Körper ein?
Qi
(Tschi) ist die treibende Kraft, die Energie, die im Körper
fließt. Ohne diese ist kein Leben möglich. Diese Energie
fließt im Körper in Bahnen, den Meridianen. In 24 Stunden
ist die Energie im Körper durch sämtliche Organe geflossen
und beginnt diesen Kreislauf von neuem.
An gewissen Stellen tritt dieses Qi auf diesen Bahnen an die Körperoberfäche.
Dort ist auch der Ansatzpunkt des Therapeuten. Durch Stich (Akupunktur),
Wärmeapplikation oder Laserlicht, nimmt er Einfluß auf
diesen Qi-Fluß, und versucht durch dessen Steuerung einen
Qi-Überfluß oder Mangel in bestimmten Organen auszugleichen.
Der Energiefluß soll wieder harmonisiert werden.
Somit können nur funktionell reversible Erkrankungen, d.h.
wenn keine sichtbaren Organveränderungen vorhanden sind, behandelt
werden.
Akupunktur,
Modeerscheinung oder ernstzunehmende Therapie?
Akupunktur
gehört (bei uns) den komplementären (alternativen) Behandlungsmöglichkeiten
an. Das heißt, sie unterscheidet sich von der Untersuchung
bis hin zur Therapie von der westlichen Medizin, wie wir sie kennen.
Neben dem traditionellen Wissen hat längst auch die Wissenschaft
ihren Beitrag zu dieser Behandlungslehre geleistet, und die Wirkmechanismen
sind weitgehend bekannt.
Gibt's
das auch für Tiere?
Ja!
Durch jahrzehntelange Forschung wurden für die meisten unserer
Haustiere Akupunkturkarten entwickelt, die die Lage der Akupunkturpunkte
genau festlegen. Die Chinesen wandten diese Methode schon im Altertum
bei Pferden, dem wichtigsten "Transportmittel",an. Heute
werden auch Hochleistungsrinder mit Erfolg so behandelt.
Kann
den ein Nadelstich helfen?
Kommt
auf die Erkrankung an. Der Akupunkturarzt muß durch seine
Untersuchung feststellen, ob das Leiden des Patienten überhaupt
auf eine solche Therapie ansprechen kann. Bei einem gebrochenen
Bein wird's nichts nutzen, wohl aber bei sogenannten funktionellen
Störungen. Das sind Erkrankungen wie zum Beispiel Stoffwechselstörungen.
Und
wie wirkt das?
In
der Haut befinden sich an bestimmten Punkten Gefäß- und
Nervenaustritte. Der Stich reizt diese, und über Reflexe werden
vegetative Steuerungen, Stoffwechselvorgänge, Gefäßdurchblutung
etc. beeinflußt.
Tut
das nicht sehr weh?
Der
Stich, der mit einer hauchdünnen Präzisionsnadel ausgeführt
wird, ist wenig schmerzhaft. Allerdings gibt es selbst für
Nadelscheue dank moderner Technik eine Alternative, die Laserakupunktur.
Was
ist das, Laserakupunktur?
Laserlicht
ist ein sehr energiereiches Licht. Dieses überträgt Energie
auf die Zellen, die von ihr bestrahlt werden. Das löst dann
die Reaktion des Organismus aus. Diese Behandlung ist völlig
schmerzfrei und, vorausgesetzt bei sachgemäßer Anwendung,
auch nicht schädlich.
Bleiben
die Tiere denn stehen, oder braucht man eine Narkose?
Keinesfalls
wird eine Narkose angewandt. Die meisten Tiere dulden die Behandlung
ohne weiteres. Bei sehr empfindlichen oder temperamentvollen Tieren
steht, wie gesagt, die völlig schmerzfreie Laserakupunktur
zur Verfügung.
Wie
oft muß man das machen?
So
eine Frage kann man nicht verallgemeinern, doch kann man sagen,
dass 3-4 Behandlungen im Abstand von ca. 6 Tagen das Minimum darstellen.
Die Laserlichtanwendung ist aufgrund des anderen Wirkmechanismus
im Abstand von 2-3 Tagen zu wiederholen.
Kann
durch den Stich nichts passieren?
Die
verwendeten Nadeln sind, wie in der Medizin auch sonst üblich,
sterile Einmalnadeln. Es kommt zu keinen Infektionen. Zweitens kennt
der Akupunkturtierarzt die genaue Lage der Akupunkturpunkte, sodass
keine anderen Strukturen getroffen werden, und drittens werden nur
mikroskopisch kleine Veränderungen gesetzt.
Was
ist eine Golddrahtimplantation?
Dabei
werden kleine Goldstiftchen an Akupunkturpunkten implantiert. Dieser
Eingriff ist minimal invasiv, nur kleine Hautschnitte sind zur Behandlung
nötig. Dort wirken die Goldstiftchen wie eine Dauernadelung.
Diese durchaus erfolgversprechende Methode wird vor allem zur Schmerztherapie
angewandt. Außerdem hat Sie den Vorteil, dass sie nebenwirkungsfrei
ist, was man leider von einer Dauertherapie mit Schmerzmedikamenten
nicht sagen kann. Aber auch hier hängt die Wirkung von der
Schmerzursache ab, und nur der Arzt kann abschätzen, ob eine
Akupunkturbehandlung sinnvoll ist oder nicht.
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