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Sexualleben des Hundes
Der
Sexualzyklus
Die Pubertät des Hundes findet etwa im 7-8 Lebensmonat statt.
Hündinnen werden 2 mal jährlich läufig. Dazwischen
ruhen die Eierstöcke. Äußerlich erkennt man den
Beginn der Läufigkeit durch Blutungen aus der Scheide. Diese
unterscheiden sich aber grundsätzlich von der Menstruation
des Menschen, denn hier handelt es sich um fruchtbare Tage, d.h.
es wird keine Schleimhaut abgebaut. In dieser Zeit reifen die Eizellen
heran. Der Eisprung findet dann nach 8-20 Tagen statt. Ist der Ausfluß
der Hündin nur noch fleischwasserfarben, sind die "gefährlichen
Tage" da. Jetzt duldet die Hündin auch den Aufsprung des
Rüden.
Läufigkeitsverschiebung
oder Kastration?
Der primäre Grund ist, eine ungewollte Trächtigkeit zu
verhindern. Letztlich hat das auch Tierschutzrelevanz. Die Tierheime
sind überfüllt und nicht selten bleibt der ungewollte
"Züchter" auf seinen Welpen sitzen. Es ist durchaus
nicht leicht, für jeden Welpen einen geeigneten Platz zu finden.
Weiters dient es auch dem Wohle des Hundes, indem unangenehme Begleiterscheinungen
der Läufigkeit, wie Scheinträchtigkeit, Mammatumore etc.
wirksam verhindert werden. Das alte Gerücht, dass eine Hündin
einmal geworfen haben sollte, bevor man sie kastriert, entbehrt
nicht nur jeder wissenschaftlichen Grundlage, sondern ist völlig
falsch. Bei diesen Tieren treten Brusttumore oder Gebärmutterentzündungen
genauso häufig auf wie bei den anderen. Die beste Möglichkeit
solche Erkrankungen zu verhindern ist die Kastration. Es besteht
auch die Möglichkeit einer hormonellen Läufigkeitsverschiebung.
Die Kastration stellt aber die dauerhafte und beste Lösung
dar.
Läufigkeitsverschiebung
Diese sollte nur dann vorgenommen werden,wenn man nicht sicher ist,
ob man nicht doch einmal einen Wurf haben möchte. Eine Kastration
ist irreversibel. Die Läufigkeitsverschiebung scheint auch
auf den ersten Blick billiger als die Kastration, doch wenn man
alle Behandlungen summiert, stimmt dies nicht. Diese Methode bietet
keinerlei Vorteil bei der Krebsvorsorge. Die Hündinnen können
weiterhin an einer Gebärmutterentzündung oder Scheinschwangerschaft
erkranken. Außerdem muß man darauf achten, dass man
sich strikt an die Behandlungstermine hält.
Zunächst muß eine Läufigkeit abgewartet werden.
2-3 Monate später bekommt die Hündin dann die erste Injektion.
Die nächste folgt 4 Monate darauf, dann alle 5 Monate.
Was
ist eine Scheinträchtigkeit?
Tritt üblicherweise 4 bis 6 Wochen nach einer Läufigkeit
ein, ohne dass die Hündin trächtig ist. Klinische Symptome
sind Milchbildung, Futterverweigerung, Nestbauverhalten, Bemutterung
von Objekten, aggressives Verhalten etc.. Dieser Zustand hält
10 bis 15 Tage an, lässt sich aber bei starken Beschwerden
gut behandeln.
Trächtigkeitsdauer
Wird als der Zeitraum zwischen 1. Deckakt und der Geburt angesehen.
Dieser dauert 58-72 Tage.
Sterilisation
oder Kastration ?
Eine Kastration bedeutet grundsätzlich die Entfernung von den
Keimdrüsen (Eierstock), während die Sterilisation lediglich
aus der Unterbindung der Eileiter besteht. Durch eine Sterilisation
wird nur eine Befruchtung der Eizelle verhindert, Läufigkeiten
bleiben jedoch weiterhin mit all ihren Folgen bestehen.
Vorteile
einer Kastration
Primärer Grund ist die dauerhafte Vermeidung einer ungewollten
Trächtigkeit Ihrer Hündin. Eine hormonelle Läufigkeitsunterdrückung
birgt das große Risiko von Nebenwirkungen wie Gebärmutterentzündung,
Tumore des Geschlechtstraktes sowie Brustkrebs.
Unangenehme Begleiterscheinungen der Läufigkeit (Blutungen,
Anlocken fremder Rüden, Markierverhalten, Streunen, ...) treten
nicht mehr auf.
Aus medizinischer Sicht kann eine frühzeitige Kastration (mit
ca. 6 - 8. Lebensmonat) die Entstehung von Brustkrebs verhindern.
Auch Scheinträchtigkeiten, die eine große psychische
und physische Belastung der Hündin darstellen, gibt es nicht
mehr.
Vermeintliche
Nachteile einer Kastration
Als häufigstes Argument wird die Fettleibigkeit genannt. Aber
gerade dieser Umstand läßt sich durch eine richtige und
ausgewogene Ernährung sowie ausreichende Bewegung leicht verhindern.
Ihr Hund verliert weder den Jagd- noch den Spieltrieb.
Auch der Geruchsinn wird in keinster Weise beeinflußt.
| Operationsvorbereitung
zur Kastration |
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Frühest
möglicher Zeitpunkt der Kastration ist 8 Wochen nach der
letzten Läufigkeit. |
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Der
Abstand zwischen letzter Futteraufnahme und Operation muß
mindestens 12 Stunden betragen. |
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Kurz
vor dem Operationstermin (30 Minuten) ist "Gassi-gehen"
empfehlenswert. |
Ablauf
einer Kastration
Zuerst wird im Beisein der Familie ein leichtes Beruhigungsmittel
gegeben. Dadurch wird eine unnötige Aufregung Ihres Hundes
vermieden.
Mit Hilfe modernster Narkosetechnik wird eine absolut schmerzfreie
Operation Ihres Hundes garantiert.
Über einen kleinen Zugang in die Bauchhöhle können
Eierstöcke sowie Gebärmutter entfernt werden.
Anschließend wird die Bauchdecke mit hochwertigem selbstauflösendem
Nahtmaterial geschlossen. Nur die Haut wird mit chirurgischem Stahldraht
genäht. Dies soll ein Schlecken der Wunde, welches zur verzögerten
Wundheilung führen würde, verhindern.
Sie können Ihren Hund bald nach der Operation wieder mit nach
Hause nehmen. Auf ihren Wunsch hin übernehmen wir auch gerne
eine stationäre Aufnahme in unserer Klinik zur Betreuung in
der Aufwachphase.
Betreuung
nach der Kastration
Richten Sie Ihrem Hund ein warmen gut gepolsterten Liegeplatz, am
besten direkt am Boden. In der Aufwachphase ist das Gleichgewichtsgefühl
gestört, deshalb sind höhere Liegeplätze (Couch,
Bett, ...) nicht empfehlenswert.
Am ersten Tag nach der Operation bieten Sie Ihrem Hund nur Trinkwasser
an.
Am zweiten Tag empfehlen wir einen Kontrollbesuch in der Klinik.
Die Nähte werden 10 Tage nach dem Eingriff entfernt.
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