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Welche Anforderungen stellt die Haltung von Vögeln?
Vögel sind grundsätzlich paarweise oder in Gruppen zu halten, mit Ausnahme unverträglicher oder nur auf den Menschen geprägter Vögel.

Ausstattung von Käfigen und Volieren
Die Käfige müssen rechteckige Grundfläche haben.
Rundvolieren sind erst ab einem Durchmesser von 2m zulässig.
Die Vergitterung muss aus korrosionsbeständigem Material bestehen.
Bei Psittaciden (Sittiche, Papageien) sind Kunststoffüberzüge unzulässig
Die Gitterweite und Gitterfestigkeit muß der Größe der gehaltenen Vögel angepaßt sein.
Bei Außenvolieren muss ein Schutzraum oder im Einzelfall Witterungsschutz vorhanden sein, der jederzeit von den Vögeln aufgesucht werden kann.
Nur bei schädlicher Witterung dürfen die Vögel auch tagsüber im Schutzraum gehalten werden.
Für Arten, die in der Regel in temperierten Räumen gehalten werden müssen, ist eine Innenvoliere entsprechend den Maßen der Außenvoliere einzurichten.
Der Boden des Käfigs der Innenvoliere oder des Schutzraums ist mit Sand, Hobelspänen aus unbehandeltem Holz, Holzgranulat, Rindenmulch o.ä. geeignetem Material abzudecken. Sand ist als Einstreu für Weichfresser unzulässig.
Der Boden einer Außenvoliere kann entweder Naturboden sein oder muß mit einem Belag aus Sand, Kies o.ä. versehen sein. Das Material der Volieren, Käfige und deren Ausstattung darf nicht zu Gesundheitsschäden führen, muss leicht zu reinigen und so verarbeitet bzw. angebracht sein, dass Verletzungen nicht auftreten können.
Am Boden lebende Vögel müssen die Möglichkeit zum Scharren haben.
Die Ausstattung der Käfige ist dem Verhaltensmuster der gehaltenen Tierart anzupassen.
Die Vergitterung muss bei Psittaciden aus Querstäben oder Geflecht bestehen. Käfige, Volieren und Schutzräume müssen mit mindestens 3 Sitzstangen aus Holz unterschiedlicher Stärke ausgestattet sein, die so angebracht sind, dass möglichst lange Flugstrecken entstehen.
Papageien dürfen nicht angekettet, auf einem Bügel gehalten oder flugunfähig gemacht werden.
Flugunfähige Papageien sind auf einer Fläche zu halten, die den Maßen des Käfigs oder der Voliere entspricht und vielfältige Klettermöglichkeiten enthält. Sie müssen jederzeit ihren Schutzraum aufsuchen können.
Für Vögel, die baden, ist eine Badeeinrichtung zur Verfügung zu stellen.
In Räumen, einschließlich der Schutzräume, ist ausreichend für Tageslicht oder für die Anwendung von Kunstlicht, das dem Tageslicht entspricht, zu sorgen.
Ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus ist einzuhalten.
Wasser- und Futtergefäße sind so aufzustellen, dass eine Verschmutzung des Inhaltes ausgeschlossen ist.
Futter und Wasser sind täglich frisch zu verabreichen.
Grit ist in einem Behälter anzubieten.
Futter muss grundsätzlich den natürlichen Bedürfnissen der jeweiligen Vogelart entsprechen.
Alle Tiere sind täglich auf Krankheitsanzeichen und Verletzungen zu kontrollieren

Wie hoch ist die Lebenserwartung der Vögel?
Im Vergleich zu den kleinen Säugetieren sehr hoch.
Kanarien und Beos leben bis zu 15 Jahren,
Wellen- und Nymphensittiche bis zu 25 Jahren.
Großpapageien werden bis 70 Jahre alt.

Was fressen Sittiche und Papageien?
Körnermischung für Sittiche, Reis, Topfen, Keimfutter, Nudeln, verschiedene Obstsorten, Salat, Löwenzahn, einmal pro Woche ein gekochtes Ei, Mineralstoffstein.

Was fressen Kanarienvögel?
Spezielle Kanarien-Körnermischung, Keimfutter, Nudeln, gekochte Kartoffeln, Obst, Gemüse und Mineralstoffstein.

Was fressen Beos?
Beos sind "Weichfresser", für sie gibt es spezielles Beofutter im Handel, doch sollte dieses unbedingt aufgebessert werden. Dazu eignen sich getrocknete Insekten, Mehlwürmer, einmal in der Woche ein gekochtes Ei, gekochter Reis, Kiwi, Äpfel, Bananen, Trauben etc..

Was sollen Vögel nicht fressen?
Speisereste und Gesalzenes. Es besteht die Gefahr einer Kochsalzvergiftung.

Wozu muß ich meinem Vogel Grit anbieten?
Grit ist grober Sand. Vögel haben einen zweiteiligen Magen. Im Muskelmagen, quasi der hauseigenen Mühle, werden die Körner usw. zerkleinert. Als Mühlsteine dienen die Steinchen, die durch die starke Muskulatur dieses Magenabschnittes aneinandergerieben werden. Erst im Drüsenmagen beginnt der chemische Nahrungsaufschluß.

Leben Vögel gerne alleine?
Die meisten Vögel leben in der freien Natur in Schwärmen. Sie bevorzugen daher Gruppenhaltung. Auch bei dieser Tierart gibt es soziale Verhaltensweisen wie gegenseitige Federpflege. Können sie diesen nicht nachkommen, sind Verhaltensstörungen, wie z.B. Federrupfen die Folge.

Soll man Vögel in der Küche halten?
Teflon ist eine Beschichtung von Pfannen. Wenn eine solche Pfanne über 280°C (z.B. wenn man vergißt, eine Platte am Herd auszuschalten) erhitzt wird, kommt es zur Freisetzung von giftigen Teilchen in die Luft. Diese verursachen schwere Lungenschäden, wenn sie von Vögeln eingeatmet werden. Vögel bringen diese Partikel einfach nicht mehr aus ihren Lungen heraus. Darum ist es am sichersten, Vögel einfach nicht in der Küche zu halten.

Hat mein Vogel Durchfall?
Normal wird Kot und Harn beim Vogel gleichzeitig abgesetzt, wobei der Kot ein strangförmiges Würstchen ist, umgeben vom weißlichen Vogelharn. Ist in den Ausscheidungen aber kein strangförmiger Stuhl zu erkennen, handelt es sich um Durchfall, egal ob er pastös, wässerig etc. ist. Ist der weisse Anteil vermehrt, dann handelt es sich um gesteigerte Harnabsonderung. Wichtig ist jedoch, dass Sie eine Stuhlprobe mit zum Tierarzt bringen, damit sie dort weiter untersucht werden kann.

Die Mauser
Vögel wechseln ihre Federn je nach Art einmal oder mehrmals jährlich. Dieser Vorgang ist für den Vogel sehr anstrengend. Diese Anstrengung ist ihnen oft anzumerken. In dieser Zeit ist unbedingt auf gute Ernährung und Mineralstoffversorgung zu achten. Normalerweise dauert eine Mauser bis zu 6 Wochen, dann müssen die neuen Federkiele erkennbar sein. Dauert es länger so empfiehlt es sich einen Tierarzt aufzusuchen.

Federrupfen
Zuerst muss geklärt werden, ob es sich überhaupt um einen sogenannten Federrupfer handelt. Hat der Vogel am Kopf eine intakte Befiederung, dann handelt es sich um einen solchen, denn dort wo er nicht hinkommt, bleiben die Federn bestehen. Ursache für dieses Verhalten kann zum Beispiel Langeweile oder Juckreiz, ausgelöst durch Parasiten, sein. Andererseits gibt es aber auch Viruserkrankungen, die das Federkleid betreffen. Die "Psittacine Peak And Feather Disease" zum Beispiel, bei der der Vogel gänzlich flugunfähig werden kann, wird durch ein Virus verursacht. Eine weitere Viruserkrankung ist die "Französische Mauser", die vor allem Jungvögel betrifft.

Was ist Psittakose?
Eine auch für den Menschen gefährliche Erkrankung, also eine Zoonose. Die Tiere leiden dabei unter schnupfenartigen Symptomen (Augen- und Nasenausfluss) und gelblichem Durchfall. Der Mensch zeigt grippeähnliche Symptome. Bei Verdacht bitte sofort einen Tierarzt kontaktieren.

Mein Vogel spielt gerne mit den Vorhangschnüren?
Vorsicht! Vögel sind sehr empfindlich auf Schwermetalle wie Blei, Kupfer etc.. In Vorhangschnüren sind als Gewicht Bleikugeln eingearbeitet. Werden diese verschluckt, kann es zu einer Bleivergiftung kommen. Die Folge sind Mattigkeit und Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zum blutigen Durchfall.

Ist mein Vogel krank?
Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Krankheiten bei Vögeln rasch fortschreiten. Krankheitssymptome wie Aufplustern, Futterverweigerung, mattes Verhalten etc. sind immer ernst zu nehmen. Es empfiehlt sich, sobald eine Veränderung erkennbar ist, den Tierarzt aufzusuchen!

 
         
       
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