Fumonisin
Vorkommen
Fumonisin B1 und B2 sind Mykotoxine, welche von Fusarienpilzen produziert werden und vor allem in Mais und Maisprodukten vorkommen. Fumonisin weist eine extreme Stabilität gegenüber hohen Temperaturen (bis zu 100°C) auf und bleibt auch bei der Lagerung im Futter bis zu fünf Jahren lang aktiv.
Weltweit sind 59% der Mais- oder Maisprodukte mit Fumonisin kontaminiert ( 10 – 50 000 ppb).
Symptome
Es gibt 2 wichtige Organsysteme die beim Schwein geschädigt werden:
1. Lunge
2. Leber
Lungenform
Unruhe, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust; Depression, sich schnell verschlimmernde Tachypnoe, Schweratmigkeit und Maulatmung Festliegen, terminale Zyanose, Tod
Hypertrophie der rechten Herzkammer. Die Lungen haben ein höheres Gewicht und meist ein massives Lungenödem (gut erkennbar an der sehr markanten, netzartigen Lungenzeichnung und am feinblasigen weissen Schaum in den Luftwegen). Zusätzlich findet man im Thorax häufig ein klares, strohfarbenes Transsudat, das bei Luftkontakt gerinnt..
Leberform
Generalisierte Gelbsucht (Ikterus), Leberveränderungen von geringgradiger generalisierter Verhärtung und Blässe bis hyperplastische Knotenbildung im Leberparenchym.
Bei der akuten Form treten auch Aborte wenige Tage nach Beginn der Erkrankung auf.
Es treten auch bei tieferen Konzentrationen (< 1000 ppb) von Fumonisin, bei normaler Futterverwertung und Gewichtszunahme ein leichtgradiges Lungenödem und Leberveränderungen auf.
Grenzwert:
Schweinefutter: 900 ppb (= 900 µg / kg Futter)
Fallbeispiel:
Im den USA starben 1989 nach der Verfütterung von Mais Tausende Schweine an einem Lungenödem. In den betroffenen Herden wurden auch Aborte beobachtet. Der Ausbruch wurde durch hohe Fumonisin-Konzentrationen im Mais ausgelöst. Die Untersuchungen des Maises ergaben Fumonisin-Werte von 155 ppm in Georgia und 92 ppm in Iowa. Diese Fumonisinwerte ergaben bei experimenteller Verfütterung an Schweine innerhalb von 7Tagen schwere Lungenödeme sowie Leberschädigungen (Haschek et al., 2001).
Fazit:
Aus tierärztlicher Sicht ist bei chronischen Bestandsproblemen (circovirusbedingte Krankheiten wie PMWS oder PDNS, Lungenprobleme, schlechte Fruchtbarkeit) differentialdiagnostisch immer an eine Vergiftung mit Mykotoxinen (Vomitoxin, Zearalenon oder Fumonisin) zu denken.
Aus diesem Grund bieten wir seit Jänner 2005 in unserem Labor auch die Untersuchung auf Fumonisin an. |