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Hufpflege
Wie
pflegt man nun die Hufe seiner Pferde richtig? Soll man fetten,
ölen, teeren oder nur mit Wasser abspritzen?
Für
seine natürliche Funktion benötigt der Huf ein entsprechendes
Maß an Feuchtigkeit. Besonders die Sohle mit dem Strahl, der
Ballen und der Kronsaum sind aufgrund ihrer elastischen, weichen
Struktur befähigt, entsprechend Feuchtigkeit aufzunehmen, aber
auch wieder abzugeben.
In
freier Natur erhält der Pferdehuf, wenn das Pferd eine
Tränke (Bach) aufsucht, die entsprechende Feuchtigkeit. Durch
den Morgentau im Gras erhält der Huf ebenso die notwendige
Feuchtigkeit.
Die
meisten Pferde werden heutzutage allerdings ausschließlich
in Boxen gehalten, oft sogar auf Sägemehleinstreu, die
ganz massiv Feuchtigkeit aufsaugt: Der Huf trocknet aus. Rissige
und spröde Hufe sind die Folge. Im Gegensatz dazu stehen viele
Pferde ständig im eigenen Mist. Hier entstehen zu feuchte Hufe
durch die andauernd einwirkende Nässe des Urins. Durch den
aggressiven Urin kann es schließlich zu Strahlfäule kommen.
Die
Haltung des Pferdes spielt darum eine entscheidende Rolle in der
Hufpflege.
Ideal
ist ohne Zweifel die naturnahe Haltung wie beispielsweise die Offenstall-
und Weidehaltung. Damit kann das Stehen im Mist vermieden werden
und die Pferdehufe erhalten durch den Morgentau auf der Weide die
notwendige Feuchtigkeit. Bei solchen idealen Bedingungen kann auf
das Einölen oder -fetten sogar vollkommen verzichtet werden.
Das heißt allerdings nicht, dass nun der Huf gar keine Pflege
benötigt. Auf korrekte Hufstellung und bei unbeschlagenen Hufen
sauber abgerundete Tragränder muss stets geachtet werden. Zur
Selbstverständlichkeit sollte das tägliche Entfernen von
festgesetztem Schmutz an der Hufsohle mit dem Hufkratzer gehören.
Kleine Steinchen könnten sonst ins Horn eindringen und möglicherweise
Hufgeschwüre verursachen.
Zuviel
des Guten ist dabei allerdings auch nicht der richtige Weg: Zu scharfes
Auskratzen kann die natürliche Entwicklung der Hornschicht
an der Sohle verhindern und damit den Schutz beeinträchtigen.
Zudem kommt es immer wieder vor, dass mit dem Hufkratzer zu stark
unter den Eisen gekratzt wird, wodurch dort die Sohle zerstört
wird und das Eisen nur noch am äußeren Tragrand zum Aufliegen
kommt. Die Folge davon kann sein, dass die Tragwand ausbricht, es
können sich aber auch die Eisen lockern.
Bei
Boxenpferden hat der Pferdebesitzer die Aufgabe, dafür zu sorgen,
dass die Hufe seines Pferdes genügend Feuchtigkeit aufnehmen
können.
Allgemein
üblich ist das Einfetten oder -ölen der Hufe mit handelsüblichen
Hufpflegemitteln. Fette und Öle sind bekanntlich wasserabweisend.
Das heißt, dass bei einem eingefetteten oder geölten
Huf zwar keine Feuchtigkeit mehr abgegeben, aber auch keine Feuchtigkeit
mehr aufgenommen werden kann. Einsetzen kann man gutes Huföl
oder Huffett beispielsweise nach dem Abspritzen im Wasser. Der Huf
sollte nicht tropfnass sein, sondern zuvor mit einem Handtuch abgetrocknet
werden.
Jetzt ist der Huf noch feucht (die Farbe ist dunkler als bei einem
trockenen Huf) und wird am Kronrand, am Ballen und an der Sohle
(Strahl) eingeölt. Kronrand, Ballen und Strahl bestehen aus
elastischem Horn und bilden die Eingangstore für die notwendige
Feuchtigkeit im Huf. Das aufgetragene Öl verhindert nun, dass
vorzeitig zu viel Feuchtigkeit verdunstet, bevor diese einziehen
kann. Andererseits verhindert Huföl oder -fett das Eindringen
von Feuchtigkeit, wenn es zuvor aufgetragen wurde.
Öle
und Fette können auch die Elastizität des Hufhorns unterstützen.
Die beste Hilfe für den Huf ist das Einpacken der Hufe in feuchten
Lehm. Wenn man überlegt, dass die Erde die Feuchtigkeit lange
Zeit speichern kann, der Huf also eine sehr gute Möglichkeit
hat, sich "vollzusaugen", ist diese Methode mit Sicherheit
eine wunderbare Lösung, zumal sie auch noch besonders billig
ist. Nicht zuletzt ist diese Methode eine sehr natürliche Feuchtigkeitszufuhr
für den Huf.
Das
Hufschutzvitamin, besser bekannt unter dem Namen "Biotin"
kann bei Mangel Hufprobleme hervorrufen.
Doch um nachhaltig Erfolge verbuchen zu können, muss die Kur
über mindestens 8 Monate durchgezogen werden.
Eine Menge von 15 mg pro Pferd und Tag hat sich in der Praxis bewährt.
Trotz aller Vorsorge muss eine regelmäßige Hufkorrektur
vorgenommen werden.
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