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Saugferkeldurchfall durch Kokzidien
Kokzidien,
seit langem gefährliche Krankheitserreger beim Geflügel,
werden häufig als Durchfallursache bei Saugferkeln von der
2.-4. Lebenswoche nachgewiesen. Kokzidien sind neben den E. Coli-Bakterien,
die meist in der 1. Lebenswoche auftreten, die wichtigsten Durchfallereger
beim Saugferkel.
Wie
werden Ferkel infiziert?
Die
Oozysten (Dauerformen) von Isospora suis werden von den Ferkeln
vom Boden der Abferkelbucht über das Maul aufgenommen. Die
Oozysten wandern in den Dünndarm, wo sich ihre Wand auflöst
und die Sporozoiten freigesetzt werden. Diese dringen in die Dünndarmzellen
ein und vermehren sich dort. Die entstehenden Vermehrungsstadien
bilden nun wieder eine Hülle und werden als 0,02 mm große
Oozysten mit dem Kot ausgeschieden. Dieser Zyklus von der Aufnahme
bis zur Ausscheidung dauert 5 Tage. Abhängig von der Temperatur
werden sie in der Außenwelt nach einigen Tagen wieder infektionsfähig.
Symptome
bei den Saugferkeln
Gewöhnlich
tritt der Durchfall zwischen dem achten und fünfzehnten Lebenstag
auf. Die Ferkel reagieren mit teilweise gelblich-cremigem bis wässerigem
jedoch unblutigem Durchfall. Gelegentlich erbrechen einzelne Ferkel.
Die Ferkel trocknen durch den Flüssigkeitsverlust stark aus
und magern ab. Das Haarkleid wird struppig und es entwickeln sich
Kümmerer. Im Unterschied zum Colidurchfall tritt diese Erkrankung
bei Jung- und Altsauen gleich häufig auf.
Tritt
die Krankheit bei Absetzferkeln, Mastschweinen und Sauen auf?
Obwohl
neben den Saugferkeln in allen Altersklassen Kokzidien nachgewiesen
werden können, treten Durchfallerscheinungen nur beim Saugferkel
auf.
Wie
läßt sich der Erreger nachweisen?
Im
Gegensatz zum Colidurchfall, der in der 1. Lebenwoche auftritt,
kommen die Kokzidiendurchfälle meist später vor.
Im Akutfall erfolgt der Nachweis durch eine mikroskopische Kotuntersuchung
2x im Abstand von einer Woche. Die höchste Nachweisquote ist
zwischen der 2.-4. Lebenswoche zu erreichen.
Bei der Bestandsdiagnostik sind von mind. 20% der Würfe Sammelproben
zu ziehen.
Hygienemaßnahmen
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Die
Hauptinfektionsquelle ist der mit Kokzidien verseuchte Boden
der Abferkelbucht. Unbedingt ist die Abferkelbucht vor jeder
Neubelegung gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.
Die Erreger sind sehr widerstandsfähig gegenüber herkömmlichen
Desinfektionsmitteln. Nur Spezialdesinfektionsmittel (zB LOMASEPT
L20®), Heißwasser oder Abflammen können den Erreger
abtöten. |
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Die
Sauen müssen vor dem Einstallen in die Abferkelbucht gewaschen
werden, um Kokzidienoozysten und Wurmeier von ihrer Haut zu
entfernen. |
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In
den betroffenen Stallabteilen separate Schaufeln, Besen und
Stiefel verwenden. |
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Konsequente
Fliegenbekämpfung, denn sie können Kokzidienoozysten
verschleppen. |
Behandlung
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Die
Ferkel benötigen Elektrolyte (zB EFFYDRAL®) um die
Flüssigkeitsverluste auszugleichen. |
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Antibiotika
sind schlecht wirksam, lediglich Sulfonamide können eingesetzt
werden. |
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Spezielle
Kokzidienmittel müssen eingesetzt werden. |
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Trockenes
und warmes Ferkelnest herrichten. |
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Ferkel
sollten nach dem dritten Lebenstag nicht mehr umgesetzt werden. |
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Bei
massivem Befall der Sauen müssen auch diese behandelt werden. |
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